Schlagwort: Werkzyklus

Der distanzierte Blick

Vielleicht muss ich meine Erwartungen etwas zurückschrauben, denn diese sehen vor, dass mich in einer Fotoausstellung irgendetwas packe, überrasche oder gar begeistere. Selbst wenn diese Emotionen negativ wären, lägen sie noch in meinem Erwartungsspektrum. Dass mich das meiste, was zu sehen ist, kalt ließe, liegt jedoch außerhalb dessen. Aber beinahe hätte die Retrospektive des Werks von Alfred Seiland in der Albertina bei mir diese Nicht-Emotion hervorgerufen. Schließlich hat sich doch das eine oder andere gefunden, was mir interessant, betrachtens- und beachtenswert erschienen ist.
Alfred Seiland ist ein österreichischer Künstler, Jahrgang 1952, und er gehört zu den ersten, die sich ausschließlich der Farbfotografie widmen. Erwähnenswert ist auch seine Arbeitsweise: Er fotografiert ausschließlich mit einer Großbildkamera in analoger Technik, also auf Film. Infolge der aufwändigen Aufnahmetechnik fehlt den Bildern im allgemeinen jede Dynamik und Spontaneität. Das an sich ist ja kein Manko. Ein fotografisches Werk kann auch mit anderen Qualitäten auffallen. Am auffälligsten ist hier jedoch die sehr solide technische Verarbeitung der Bilder und deren ruhige und ausgewogene Komposition. Das alleine jedoch kann kein Kriterium sein. Weiterlesen »

Den Bach hinunter

Das Thema „Wasser“ ist auch für Fotografen nicht neu. Es kommt immer wieder vor in verschiedenen Lesergalerien in Fotozeitschriften, in Wettbewerben von Fotoclubs und in ähnlichen Rahmen. Jeder Fotograf hat sich damit – auch bildnerisch – schon auseinandergesetzt. Üblicherweise entstehen dabei Bilder von Meeresbrandungen und Wasserfällen oder die berühmten Tropfenbilder. Was soll man sich da erwarten von einer Fotoausstellung unter dem Titel „Wasser“?

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